Prometa

Agronomische und qualitative Eigenschaften

PROMETA ist eine sehr frühreifende Zwiebelsorte, die etwa eine Woche früher als SUMMIT F1 geerntet werden kann. Ihre Gestalt ist eher fein, mit einer runden bis hochrunden Form der Zwiebel und einem schlanken Hals. Dadurch ist der Übergang von der Zwiebel zum Blatt sehr abrupt, was wiederum auf die gute Abreife und Lagerfähigkeit hinweist. Die Homogenität ist hoch, und im Ertrag schneidet sie zufriedenstellend ab. Die Zwiebeln sind hart und die Lagerfähigkeit gut. Anfang April gesät, Anfang August geerntet und an der Außenluft getrocknet, hält sie ohne weiteres bis April des darauffolgenden Jahres. PROMETA hat 4-6 Innenringe und 2-3 Außenhautschichten.

  • Ergebnisse von Qualitätsuntersuchungen

    Im Untersuchungsbericht mit Bildschaffenden Methoden aus dem Jahr 2009 von Dorothea DORN ist Folgendes zu lesen: „Die Formkraft dieser Sorte erscheint recht schwach, aber in weicher und klarer Art. Der Formcharakter ist vor allem gleichmäßig, zart und differenziert. Die Stabilität ist gut; bei den Kristallisationen erscheint diese Sorte ausgeprägt stabiler als bei den zwei Vergleichssorten RIJNSBURGER und ZITTAUER GELBE.

  • Züchtungsgang

    Im Jahr 2000 führte René GROENEN einen Zwiebelsortenvergleich von Rijnsburger-Typen durch. Die Sorte PROMO (das Saatgut stammte von der Firma Nickerson Zwaan) fiel positiv auf und wurde zur Weiterentwicklung ausgewählt. Daraufhin wurden vier Generationen lang (2001 bis 2009) 20 bis 30 Einzelpflanzennachkommenschaften (EPN) angebaut und parallel dazu zwei bis drei Populationen von selektierten Pflanzen. Auf diese Weise konnte ein guter Einblick in die Variabilität und das Potential der Sorte gewonnen werden. Die EPN blühten gemeinsam ab und das Saatgut wurde einzeln geerntet. Die Populationen blühten wiederrum untereinander ab und das Saatgut der gesamten Population wurde zusammengelegt. 

    Die Hauptselektion wurde in der vegetativen Phase durchgeführt: im Feld wurden die EPN im Vergleich zum Gesamtbestand (und auch im Vergleich zu anderen Sorten) beurteilt. Bei der Abreife wurden immer Einzelpflanzen auf Frühreife und Wüchsigkeit selektiert. Bei der Ernte waren Ertragspotenzial und Uniformität (Anteil verkaufsfähiger Zwiebeln) wichtig. Weitere Selektionskriterien waren die Lagerfähigkeit, die Form der Zwiebeln, der schlanke Hals und die Anzahl der inneren Ringe.

    Im Jahr 2009 trat eine (sehr unerwünschte) Rotfärbung auf. Daraufhin wurde auf Linien einer früheren Generation zurückgegriffen, teilweise konnten auch einige Linien weitergeführt werden, die nur wenig diese Rotfärbung zeigten. Innerhalb von zwei Generationen ist diese Rotfärbung wieder herausselektiert worden. 

    Ab 2010 wurde zusätzlich der Brixwert gemessen; solche Zwiebeln mit geringen Brixwerten (unter acht) kamen nicht in die nächste Generation. In der generativen (und nicht wie vorher in der vegetativen) Phase wurde besonders auf Falschen Mehltau (Peronospora destructor) sowie auf Anzahl und Form der Blütenstengel selektiert. Solche Pflanzen, die später oder weniger vom Falschen Mehltau befallen wurden, wurden getrennt geerntet und danach auch getrennt ausgesät. Die Anzahl der Blütenstengel sollte geringer werden, um sicherzustellen, dass nicht bereits im vegetativen Stadium manche Zwiebeln aufspalten (in Richtung Schalotte oder Knoblauch). Die Form der Blütenstengel sollte kräftig sein, aber nicht zu lang, eher gedrungen, damit die Pflanze „mehr bei sich“ ist und sie „sich nicht zu stark verausgabt“. 

    Sämtliche Züchtung fand auf biologisch-dynamisch bewirtschafteten Flächen statt, von 2001 bis 2005 auf dem Wilhelminahoeve in St. Philipsland (Niederlande) und ab 2006 waren die Selektionsbestände auf dem Betrieb GAOS, ein Hof in der Flevopolder, während die generative Phase auf dem neuen eigenen Standort, de Beersche Hoeve, stattfand. 

    Im September 2014 wurde PROMETA nach zweijähriger Registerprüfung vom Bundessortenamt zugelassen. Die Erhaltungszucht findet auf De Beersche Hoeve durch René Groenen statt. Die Organisation der Vermehrung und der Vertrieb des Verkaufssaatguts obliegen u. a. der bingenheimer saatgut.


Rechtlicher Status: Prometa wurde nach Registerprüfung im September 2014 durch das Bundessortenamt mit der Kennung Z 349 zugelassen.

Saatgutanbieter: 

Züchter: René Groenen



Sortenbiografie