Smaragd
Agronomische und qualitative Eigenschaften
SMARAGD ist ein mittelfrüher bis später Wirsing mit guten Lagereigenschaften für die frühe und mittlere Lagerperiode. Er besitzt dunkelgrüne Umblätter, die stark gekraust und von starker Blasigkeit sind. Der Kopf ist flachrund bis rund (queroval), der Innenstrunk mittellang bis lang.
Die Aussaat kann in den Monaten April, Mai und Juni erfolgen, die Pflanzung von Mai bis Juli auf 50 x 75 cm Abstand. Ernte bis Dezember.
Bei Erntereife September/Oktober kann Smaragd nicht auf dem Felde stehen bleiben, da er nicht platzfest ist.
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Ergebnisse aus dem Versuchsanbau
Beurteilung im Probeanbau 2005 Obergrashof Dachau (München):
„SMARAGD ist zügig in der Entwicklung, und zeigt trotzdem eine gewisse Frosthärte. Das mittelgrüne stark gekrauste Blatt umschließt einen festen, runden Kopf. Der Bestand war 2005 sehr einheitlich, die Aberntequote lag recht hoch (ca. 90%). Der Geschmack war sehr gut; eine erwerbstaugliche Sorte.“
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Züchtungsgang
Ausgangssorte für SMARAGD war die Sorte HAMMER, die in der Ausgabe „Handbuch des gesamten Gemüsebaus“ 1956 von Becker Dillingen wie folgt beschrieben wird: „HAMMER, Düsseldorfer Hammer, Hammer September. Mittelspät bis spät, nicht winterfest. Kopf plattrund, mittelgroß, mittelstark gekräuselt, Umblatt ziemlich dunkel. Ähnelt stark VERTUS. Verlangt guten Boden. Pflanzabstand 60 x 60 cm. Vegetationszeit Pflanzung bis Ernte 120 – 130 Tage“.
Die Sorte ist verzeichnet in den EU-Listen von 1987, 1990 sowie 1992. Seit 1995 taucht HAMMER dort nicht mehr auf. Gemeldet war die Sorte 1987 in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien sowie 1990/92 in Deutschland und den Niederlanden. Als Züchter wird Adolf Aders angegeben.
Im Jahr 2000 begann die Züchtungsarbeit auf dem biologisch-dynamisch geführten Betrieb Domäne Fredeburg durch A. von Schulz. Ausgangsmaterial war eine Samenprobe der Bezeichnung ‚Hammer groep 1’ von der Samenbank CGN Wageningen (NL). Nach einem Screening begann 2001 die Auslese. Dabei wurde auf eine harmonische Blattstellung, kurzen Außenstrunk, Platzfestigkeit, einheitliche Erntereife und Farbe (smaragdgrün) geachtet. Nach drei Generationen (6 Jahren) positiver Massenauslese wurde der Sortenkandidat Ende 2006 zur Registerprüfung angemeldet. Im Herbst 2008 wurde die SMARAGD vom Bundessortenamt als neue Sorte anerkannt.
Seit 2008 Erhaltungszüchtung inklusive Basissaatgutgewinnung durch A. von Schulz auf der Domäne Fredeburg. Die Organisation der Vermehrung sowie der Vertrieb des Verkaufsaatgutes obliegen u. a. der Bingenheimer Saatgut AG.
Rechtlicher Status: Smaragd wurde nach Registerprüfung im Februar 2009 durch das Bundessortenamt mit der Kennung KOI 78 zugelassen.
Saatgutanbieter: Bingenheimer Saatgut, Sativa Rheinau
Züchter: Arne von Schulz
Sortenbiografie





