Thorin
Agronomische und qualitative Eigenschaften
THORIN ist ein optisch ansprechender, wüchsiger, mittel- bis dunkelgrüner Spinat mit aromatischem, relativ mildem (oxalsäurearm), leicht nussigem Geschmack. Er ist ein mittelfrüher, ertragreicher Spinat (etwas langsamer als BUTTERFLAY) mit großen, zarten, einheitlichen Blättern. THORIN kann für den Frühjahrsanbau, den Herbstanbau sowie für die Überwinterung genutzt werden.
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Ergebnisse aus dem Versuchsanbau
In einem Praxisanbauversuch im Jahr 2019 zeigte THORIN ein erfreulich geringes Schossverhalten: Im Vergleich zu zwei anderen gängigen samenfesten Sorten gab es deutlich weniger und spätere Schosser. Im Praxisanbau wurden die äußeren Merkmale, der gute Geschmack und der guter einheitliche Ertrag der Sorte positiv wahrgenommen.
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Ergebnisse von Qualitätsuntersuchungen
In Bildekräfteuntersuchungen vermittelte Spinat THORIN eine gute Aufrichtekraft. Er wirkte allgemein kräftigend, belebend und erfrischend. Der Atem- und Brustraum wirkte geweitet, die Atmung harmonisiert. Die durch Verzehr erlebte Stimmung war freudig und tatkräftig.
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Züchtungsgang
THORIN wurde aus der Sorte MATADOR entwickelt. Im Jahr 2008 stellte die bingenheimer saatgut der Züchterin Christina Henatsch Saatgutchargen zur Verfügung, um die Schossfestigkeit dieses Spinats züchterisch zu verbessern. Die Züchtung fand auf dem langjährig biologisch-dynamisch bewirtschafteten Gut Wulfsdorf in Ahrensburg bei Hamburg auf sandigen Neumoränenböden statt. Jedes Jahr erfolgte die Saat im März. Zur besseren Beurteilung der Einzelpflanzen wurde nach dem ersten Jäten auf einen Pflanzenabstand von ca. 5-10 cm vereinzelt und nach dem zweiten Jäten/Hacken auf 10-12 cm. Mit Beginn des Schossens wurden jeweils Schosser und abweichend schwächer wüchsige Pflanzen entfernt. Auf diese Weise wurde ein Drittel bis die Hälfte des Bestandes verworfen (negative Massenauslese). Daraufhin wurden in den samentragenden („weiblichen“) Pflanzen keine Pflanzen mehr entfernt, jedoch ca. 50 der am spätesten schossenden, schönsten und wüchsigsten Pflanzen markiert. Bei den Bestäuberpflanzen wurden weiterhin die früh schossenden Exemplare so lange wie möglich (noch ca. eine Woche länger als bei den samentragenden Pflanzen) entfernt. Wenn jeweils neue Bestäuber aufblühten, wurden die vorher Blühenden entfernt, sodass die markierten spät schießenden Samenpflanzen nur von spät schossenden Blühnachbarn bestäubt wurden (die Differenz zwischen erstem und letztem Schossen betrug drei bis vier Wochen). Dieses Saatgut wurde getrennt geerntet und war jeweils die „Superelite“ und somit das Ausgangssaatgut für die folgende Eliteproduktion.
Um den Sortencharakter und die Ernährungsqualität zu fördern, wurde das Saatgut vor jeder Aussaat meditativ und teilweise eurythmisch begleitet. In den Jahren 2017 bis 2019 wurden die Selektionsbestände mit potenzierten biologisch-dynamischen Spritzpräparaten (Hornmist, Hornton und Hornkiesel) gespritzt.
Die ausgewählten Elitepflanzen wurden außerdem auf Geschmack (an rohen Blättern direkt auf dem Feld) selektiert. Die Unterschiede waren am Anfang enorm – es wurden insbesondere stark sauer schmeckende Pflanzen entfernt, solche mit mildem, sogar leicht nussigem Geschmack favorisiert. Die saure Geschmacksnuance hat sich durch die Züchtung deutlich verringert.
Die Selektion hat insgesamt zu einem einheitlicheren Erscheinungsbild geführt, obwohl darauf nicht der Fokus lag.
Die Sorte wurde im Februar 2020 vom Bundessortenamt zugelassen. Die Erhaltungszucht findet durch Kulturpflanzenentwicklung Christina Henatsch am Gut Wulfsdorf in Ahrensburg statt. Die Organisation der Vermehrung und der Vertrieb des Verkaufssaatguts obliegen u. a. der Bingenheimer Saatgut AG.
Rechtlicher Status: Thorin wurde nach Registerprüfung im Februar 2020 durch das Bundessortenamt mit der Kennung SPI 182 zugelassen.
Saatgutanbieter: Bingenheimer Saatgut
Züchterin: Christina Henatsch
Sortenbiografie

