Oldendorfer Saatzucht
Holste, Niedersachsen

„In einer heilsamen Umgebung kann die Pflanze ihre wesensgemäßen Möglichkeiten zeigen. Der Züchter schafft die Bedingungen und selektiert nach seinen Vorstellungen. Diese bildet er aus der Beobachtung seiner Linien und durch die Erfordernisse für den gärtnerischen Erwerbsanbau. Wichtig ist uns, dass seine Vorstellungen sich nicht verfestigen und immer wieder umgebildet werden können.“
DER BETRIEB
In der norddeutschen Tiefebene zwischen Bremen und Bremerhaven liegen die Flächen der Oldendorfer Saatzucht auf der Geest. Die Böden sind leicht, ca. 25 bis 35 Bodenpunkte, zumeist humose Sandböden mit teilweise anlehmigem und beim Grünland anmoorigem Charakter. Der Betrieb ist in eine wunderschöne Landschaft eingebettet, von Wald und Hecken umgeben. Die Fläche umfasst 6,5 ha mit Grünland (4,2 ha), Gemüsefläche für Samenbau und Züchtung (2 ha) und geschütztem Anbau (gut 0,2 ha). Eine Mutterkuhherde dient über eine Futter-Mist-Kooperation der Idee vom biologisch-dynamischen Betriebskreislauf. Für spezielle Arbeiten wie das Hacken in hohen Samenträgerbeständen, Pflügen im Gewächshaus und leichtere Ackerarbeiten wird eine Schwarzwälder Kaltblutstute eingesetzt.
DIE ZÜCHTER
Ulrike Behrendt, Jahrgang 1959, arbeitete nach der Gärtnerausbildung u.a. am EkkharthofinderSchweiz.Anschließendbelegtesieein anthroposophisch-naturwissenschaftliches Studienjahr am Goetheanum. Dort festigte sich bei ihr der Wunsch, in der Pflanzenzüchtung zu arbeiten. Nach einer Periode der Mitarbeit in einem konventionellen Zuchtbetrieb machte sie das Gartenbaustudium an der Fachhochschule Osnabrück mit Vertiefung der Fachgebiete Samenbau und Züchtung. 1992 folgten der Schritt in die Selbstständigkeit und der Aufbau des Betriebs Oldendorfer Saatzucht.
Florian Jordan durchlief nach abgeschlossenem Biologiestudium die 4-jährige Freie Ausbildung zum Gärtner. Im Zuge dieser Ausbildung kam er 2010 nach Oldendorf. Aus den Lernmöglichkeiten im Betrieb und der Teilnahme an der Kultursaat Züchterfortbildung entwickelte sich mit der Zeit ein großes Interesse an der Züchtungsarbeit und der Entwicklung von Pflanzen. Seit 2017 ist er in enger Zusammenarbeit mit Ulrike Behrendt an der Betriebsentwicklung beteiligt und wird den Betrieb 2022 zu großen Teilen übernehmen.
ZÜCHTERISCHE ARBEIT
Der Samenbaubetrieb ist mit seiner großen Anzahl an Kulturen auf Vielseitigkeit angelegt. Gurke, Tomate, Paprika, Salat, Kürbis, Zaphito, Pastinake, Rote Bete, Möhre, Endivie, Radies, Spitzkohl, Puffbohne und Winterpostelein sind im Programm. Neuzüchtung wird an Schlangengurke, Tomate, Salat, Chinakohl, Spitzkohl, Möhre und Pastinake betrieben. Darüber hinaus konnte eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in mehreren Drittmittelprojekten etabliert werden.
Erfahrungsgemäß sind für Gärtnereien im Norden die Sorten am besten angepasst, welche auch dort gezüchtet wurden. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel, an die hiesigen ertragsarmen Böden angepasste Sorten zu entwickeln, die durch ihren Geschmack sowie die Pflanzengesundheit überzeugen und sich zukunftsgerichtet bei trockenen Bedingungen bewähren.
