Ronka

Agronomische und qualitative Eigenschaften

RONKA ist eine mittellange bis lange 150 Tage Speisemöhre mit süß-aromatischem Geschmack und kräftigem Laub. Die glattschaligen, leicht konischen Rüben haben außen wie innen eine intensive Färbung. RONKA ist sowohl als Herbst- und Lagermöhre als auch für die industrielle Verarbeitung geeignet. RONKA reagiert relativ deutlich auf gute wie auch auf suboptimale Bodenverhältnisse - sehr gute Erfahrungen liegen bei Dammkultur vor. Bei längerer Trockenzeit oder verdichtetem Boden können die Rüben einen überaromatischen Geschmack entwickeln. Der Rübenkörper schließt zur Reife am Wurzelansatz rund ab. Im Vergleich zu RODELIKA hat RONKA ein höheres Ertragspotential, ist wüchsiger, etwas gröber und zeigt eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Alternaria dauci.

  • Ergebnisse aus dem Versuchsanbau

    In der neunten Nachbaugeneration (2021) wurde RONKA im Rahmen eines BLE-Projekts in zwei Anbaujahren auf drei Standorten im Vergleich mit fünf weiteren Sorten intensiv geprüft und die Ver-arbeitungseignung zu Saft untersucht. Neben agronomischen Erhebungen und klassischen Inhaltsstoffanalysen kamen sensorische Untersuchungen sowie die ganzheitlichen Qualitätserfas-sungsmethoden Kupferchloridkristallisation und Lebensmittelinduzierte Emotionen zum Einsatz.

  • Ergebnisse von Qualitätsuntersuchungen

    In den Untersuchungen mit Bildschaffenden Methoden variierte RONKA zwischen den drei Ver-suchsstandorten und innerhalb der zwei untersuchten Jahre in der Formintensität und der Durchstrahlung in den Strukturen sowie der dargestellten Produktqualität. Am Standort Gartow zeig-ten die Kristallbilder hohe Produktqualitäten mit klarer Zentrumskoordination, sehr prägnanten und zum Bildrand strahlenden Nadelzüge, die eine hohe Gleichmäßigkeit, lebendige Beweglichkeit, Fruchtartigkeit und Integration abbilden. RONKA wird als eine fruchtbetonte Möhre wahrgenommen ohne wurzelartige Ausprägungen und mit hoher Produktqualität. Sensorisch wurde RONKA hoch-wertig eingestuft; ihre angenehm intensive Süße und Nussigkeit lässt sich deutlich schmecken. Die eher negativen Attribute wie seifig, grün, bitter sind bei RONKA gar nicht oder kaum festzustellen.

  • Züchtungsgang

    Das Züchtungsziel war eine robuste, ertragreiche Möhre auf der Basis der Sorte RODELIKA. RODELIKA ist eine Kultursaat-Sorte, die auf den biologisch-dynamisch bewirtschafteten Flächen des Dottenfelderhofs entwickelt wurde. Im Jahr 2004 kreuzte Züchter DIETER BAUER am selben Zuchtstandort besonders schöne Möhrenexemplare der Sorte ROTHILD (Hild) mit RODELIKA. Die daran anschließende Selektionsarbeit (positive Massenauslese) über neun Generationen beruhte auf goetheanistisch-anthroposophischer Pflanzenerkenntnis, vermittels derer auf die Besonderhei-ten der Möhre eingegangen werden konnte. Aus Anbaubeständen mit einer Größe von 2.000 m² bis zu 1 ha wurden je 150 bis 500 Samenträger für die Züchtung mit den geeigneten Merkmalsausprä-gungen selektiert. Durch konsequente Geschmacksselektion sowie intensiven Einsatz der biologisch-dynamischen Präparate konnte sich eine schöne Sorte entwickeln, die einen angenehm harmonischen Geschmack aufweist.

    Im Jahr 2017 übernahm Züchterin Johanna FELLNER die Zuchtlinie und entwickelte sie auf biolo-gisch-dynamisch bewirtschafteten Flächen weiter (2020 Walsegarten, 2021 Hitzacker). Bei der Selektion wurde besonderes Augenmerk auf Innenfärbung und Einheitlichkeit der Rüben sowie den Geschmack und das Wohlbefinden beim Verzehr gelegt.

    Die züchterische Arbeit fand während der gesamten Entwicklungszeit ausschließlich auf biologisch- dynamisch zertifizierten Betrieben statt.

    Nach zweijähriger Registerprüfung durch das Naktuinbouw in Roelofarendsveen (NL) in den Jahren 2020 und ’21 wurde die Sorte im Februar 2023 behördlich zugelassen. Die Erhaltungszucht findet durch Johanna FELLNER statt. Die Organisation der Vermehrung und der Vertrieb des Verkaufssaatguts obliegen u. a. der Bingenheimer Saatgut AG.


Rechtlicher Status: Ronka wurde nach Registerprüfung im Februar 2023 durch das Bundessortenamt mit der Kennung WRT 578 zugelassen.

Saatgutanbieter: Bingenheimer Saatgut

Züchter: Dietrich Bauer und Johanna Fellner



Sortenbiografie