Zaphito
Agronomische und qualitative Eigenschaften
ZAPHITO gehört zu den Kürbisgewächsen, rankt allerdings nur wenig bis gar nicht und ist im Wuchs zwischen Zucchini und Kürbis anzusiedeln. Die Pflanzen werden in etwa so groß wie bei Zucchini und haben einen mittleren Nährstoffbedarf. Ebenso wie bei Zucchini ist die Fruchtbildung stark wärmeabhängig.
Die flachrunden Früchte sind einfarbig dunkelgrün und haben einen Durchmesser von 8-12 cm. Sie riechen nach junge Erbsen, der Geschmack ähnelt dem der Zucchini, ist aber etwas intensiver. Die Früchte müssen frühzeitig beerntet werden, solange sie noch glänzen. Lässt man sie zu lange hängen, leidet der Geschmack und der Gesamtertrag geht stark zurück. Das Fruchtfleisch ist weißlich-gelb, das Kerngehäuse kann bei rechtzeitiger Ernte mitgegessen werden. Die unreif geernteten Früchte können bis zu 3-4 Wochen gelagert werden. Insbesondere für den Verkauf am Marktstand ist ZAPHITO ein ansprechendes Gemüse.
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Züchtungsgang
Diese Zapallitosorte stammt ursprünglich aus Argentinien. Dort ist diese Kulturart viel gebräuchlicher und es gibt eine Vielzahl von Formen. Die Züchterin Ulrike Behrendt bekam 1994 davon ein Saatgutmuster vom Gärtner Rudolf Rötzer, das sie im gleichen Jahr sichtete. Dort zeigte sich eine Variabilität in den Farben und Musterungen der Früchte. Außerdem waren einige lang rankende Pflanzen in dem Bestand. So begann Ulrike Behrendt im Jahr 2001 mit der Züchtung dieser Sorte auf dem biologisch-dynamisch wirtschaftenden Betrieb Oldendorfer Saatzucht in Holste.
Anders als bei Blatt- oder Wurzelgemüse, deren Fruchtorgane schon beurteilt werden können, bevor die Pflanze blüht, zeigt der Zapallito seine wertgebenden Eigenschaften erst, nachdem die Bestäubung stattgefunden hat (wie bei Kürbis und Zucchini). Das bedeutet, dass beispielsweise eine rankende Pflanze mit einer abweichenden Fruchtfarbe sich schon wieder neu in den Bestand eingekreuzt hat, bevor man sie entfernen kann. Die normale Auslesetechnik guter Pflanzen aus der Masse wird deshalb erst nach sehr vielen Jahren oder gar nicht zum Erfolg führen. Der Züchter hat nun entweder die Möglichkeit, die sogenannte Restsaatgutmethode zu verwenden, oder mit einzelnen, gezielten Anpaarungen zu arbeiten. Beide Methoden kamen hier zur Anwendung. Im ersten Schritt wurden aus dem Bestand von etwa 150 Pflanzen gezielte Anpaarungen vorgenommen und im nächsten Jahr die Nachkommenschaften gesichtet. Dabei wurden die Früchte verkostet und auf einen schönen, frisch-nussigen Geschmack selektiert. Im Folgejahr konnte der Bestand aus dem Restsaatgut der am besten geprüften Nachkommenschaften gebildet werden.
Die Sorte ZAPHITO ist das Ergebnis einer Einzelbestäubung im Jahr 2000. Von allen Nachkommenschaften, war diese als einzige einheitlich nicht rankend und in der Fruchtfarbe homogen einfarbig dunkelgrün. Aus dem Restsaatgut wurde eine Bestäubungsgruppe mit dunkelgrünen Fruchttypen gebildet und über mehrere Generationen mit Einzelpflanzen nachgebaut. Die Zuchtziele waren dabei eine eindeutige, kompakte Wuchsform, guter und gleichmäßiger Ertrag und ein intensiver, angenehmer Geschmack.
Sämtliche züchterischen Maßnahmen fanden auf dem langjährig biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieb Oldendorfer Saatzucht in Holste statt. Die Sorte wurde im Oktober 2018 als Amateursorte gemäß Richtlinie 2009/145/EG vom Bundessortenamt zugelassen, Erhaltungszucht findet inklusive Basissaatgutgewinnung in der Oldendorfer Saatzucht durch Ulrike Behrendt statt. Die Organisation der Vermehrung sowie die Vermarktung des Verkaufssaatgutes obliegen u. a. der bingenheimer saatgut AG.
Rechtlicher Status: Zaphito wurde im Oktober 2018 vom Bundessortenamt als Amateursorte gemäß Richtlinie 2009/145/EG mit der Kennung KUR 90 zugelassen.
Saatgutanbieter: Bingenheimer Saatgut
Züchterin: Ulrike Behrendt
Sortenbiografie


