Macun
Agronomische und qualitative Eigenschaften
MACUN ist eine samenfeste Chicoréesorte für die frühe und mittlere Treiberei. Im Feldanbau und bei der Wurzelernte ist sie vergleichbar mit Hybriden. Im Feldanbau ist sie allerdings etwas anspruchsvoller, da die Jugendentwicklung etwas langsamer verläuft. Auf Stresssituationen kann dieser Chicorée mit einzelnen Schossern reagieren, welche aber nicht ertragsrelevant werden.
MACUN kann sowohl in Erde als auch in Wasser getrieben werden. Die Treibtemperaturen sind vergleichbar mit denjenigen von Hybriden, die Treibdauer ist ca. zwei Tage länger. MACUN bildet schöne, gelb leuchtende Zapfen mit ansprechendem, wohltuend bitterem Geschmack und weist eine hohe Homogenität auf. Der Ertrag liegt bei ca. 80 - 90 % vergleichbarer Hybridsorten. Die Krankheitsanfälligkeit im Feldanbau und in der Treiberei ist identisch wie bei Hybridsorten.
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Ergebnisse von Qualitätsuntersuchungen
In einer Untersuchung mit Bildschaffenden Methoden im Jahr 2012 zeigte MACUN im Vergleich zur Ausgangssorte FOCUS F1 gleichmäßige, differenzierte und fruchtartige Bildstrukturen. FOCUS F1 bildete hingegen ungleichmäßige, undifferenzierte und eher wurzelartige Bildstrukturen.
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Züchtungsgang
Ausgegangen wurde 1998 von der damals im Biolandbau häufig angebauten bis 2016 zugelassenen Hybridsorte FOCUS F1 (Nunhems). Der Feldanbau fand unter zertifiziert ökologischen Praxisbedingungen auf Chicorée-Äckern verschiedener Rübenanbauer statt. Anfänglich wurde mit Beständen von ungefähr 2.000 Pflanzen gearbeitet. Dabei gelangten in die Treiberei ausschließlich treibfähige Rüben mit einem minimalen Durchmesser von 3 cm. Getrieben wurde im Gewächshaus in Erde. Bei der Selektion wurde auf Gesundheit (frei von Fäulnis, Mutterflecken), flach anliegende, ganzrandige Blätter, kompakte, mittelgroße Zapfen, spiralartiger Blattaufbau sowie die Wurzelform geachtet. Idealerweise kamen 100 bis 200 Elitewurzeln zum Abblühen. Als Selektionsmethode wurde durchgängig die positive Massenauslese angewendet. Wurzelanbau, Treiberei und Samenbau fanden unter biologisch-dynamischen Bedingungen statt.
2008 konnte die Chicoréetreiberei am biologisch-dynamisch wirtschaftenden Hofgut Rengoldshausen für das Projekt gewonnen werden. Der Wurzelanbau dehnte sich auf 1,5 ha aus, sodass aus sehr großen Beständen selektiert werden konnte.
2012 und 2013 wurde MACUN im Auftrag des Bundessortenamtes vom Naktuinbouw in den Niederlanden geprüft und schließlich im April 2014 vom Bundessortenamt zugelassen. Damit steht den Erwerbsanbauern erstmals eine samenfeste Alternative zu Hybridsorten zur Verfügung. Erhaltungszucht und Saatguterzeugung führt der Züchter Samuel Widmer auf seinem biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieb durch. Der Vertrieb erfolgt in der Schweiz durch die
Sativa Rheinau und in Deutschland durch die Bingenheimer Saatgut AG.Dar Name MACUN bedeutet auf Räteromanisch Steinbock.
Rechtlicher Status: Macun wurde nach Registerprüfung im April 2014 durch das Bundessortenamt mit der Kennung ZS 41 zugelassen.
Saatgutanbieter: Bingenheimer Saatgut, Sativa Rheinau
Züchter: Samuel Widmer
Sortenbiografie


