Oldendorfer Saatzucht
Holste, Niedersachsen

"Pflanzenentwicklung bedeutet, ein Umfeld zu schauen, in dem die Pflanze ihr Potential zeigen kann.“
DER BETRIEB
Die Oldendorfer Saatzucht liegt in der norddeutschen Tiefebene zwischen Bremen und Bremerhaven auf den leichten Sandböden der Geest mit maritimem Klima. Die Fläche umfasst 9 ha, davon sind 4,3 ha Grünland, 4,6 ha Gemüseflächen inkl. 4.000 m² geschütztem Anbau und 0,3 ha Streuobstwiese. Eine Schafherde mit zehn Mutterschafen und Nachzucht beweidet die Grünlandflächen und trägt zur Düngegrundlage bei. Neben Züchtung und Samenbau fi ndet Gemüseproduktion für eine SoLawi statt. Die Bereiche Züchtung/Samenbau und SoLawi sind eng verzahnt, um Synergieeffekte zu nutzen. So kann Gemüse aus der Züchtung an die SoLawi-Mitglieder ausgegeben werden und die Mitglieder sind Multiplikatoren, um das Anliegen der samenfesten, ökologischen Gemüsezüchtung in die Welt zu bringen.
DAS ZÜCHTERTEAM
Ulrike Behrendt gründete Anfang der 90er Jahre den Betrieb Oldendorfer Saatzucht und war mehr als drei Jahrzehnte in der biodynamischen Sortenentwicklung tätig. Aus ihrer Arbeit sind 15 Neuzüchtungen hervorgegangen, darunter Tomate Ruthje, Rote Rübe Robuschka, Gurke Cleophasowie innovative Ansätze wie das bunte Batavia-Gemisch Colorata. Mit Beginn 2026 hat sie das Rentenalter erreicht und zieht sich aus der praktischen Züchtungstätigkeit zurück.
Florian Jordan kam 2010 nach abgeschlossenem Biologiestudium als Lehrling der Freien Ausbildung nach Oldendorf. Hier entstand sein großes Interesse an der Entwicklung von Pflanzen. Seit 2018 haben Ulrike Behrendt und er den Betrieb gemeinsam geführt. Ab 2022 führt er den Betrieb eigenverantwortlich. 2024 konnte er zusätzlich den benachbarten, ebenfalls biologisch-dynamisch bewirtschafteten Gärtnerhof mit SoLawi übernehmen.
Iris Attrot leitete als Gärtnermeisterin den geschützten Anbau der Gärtnerei Rengoldshausen am Bodensee, bevor sie 2012 der Produktionsgärtnerei den Rücken kehrte und ihre gärtnerische Erfahrung für Pflanzenzüchtung und Samenbau einsetzte. Seit 2024 führt sie, auf der Suche nach neuen Herausforderungen für ihre Züchtungskulturen, die am Bodensee begonnene Züchtungsarbeit im Bereich Fruchtgemüse im norddeutschen Klima weiter.
Vera Becher war nach der Ausbildung als Gärtnerin 20 Jahre lang am Bodensee am Ralzhof tätig. Von 2007 bis 2023 leitete sie den Bereich Samenbau und Pflanzenzüchtung im Rahmen des Hofgut Rengoldshausen. Seit 2024 bereichern ihre Züchtungsprojekte die Vielfalt der Züchtungskulturen in Oldendorf. Sie führt die Salatzüchtung von Ulrike Behrendt weiter.
ZÜCHTERISCHE ARBEIT
Der Betrieb ist mit seiner großen Anzahl an Kulturen auf Vielseitigkeit angelegt. Eine breite Palette von Gemüsesorten wird hier erhaltungszüchterisch gepfl egt. Auch Neuzüchtung findet an vielfältigen Gemüsearten statt. Folgende Kulturen werden bearbeitet: Auberginen, Tomaten, Schlangengurken, Salat, Fenchel, Paprika, Physalis, Melonen, Zucchini, Pastinaken, Spinat, Chicorée und Gemüsezwiebeln. Seit vielen Jahren gibt es Kooperationen mit Forschungseinrichtungen im Rahmen drittmittelgeförderter BÖL-Forschungsprojekte. Der Züchtungsstandort Oldendorf bietet mit seinen ertragsarmen Sandböden mit geringer Wasserhaltefähigkeit und den langen Lichtzeiten im Sommer eine sehr gute Möglichkeit, genügsame, schossfeste, trockenheitstolerante Sorten zu entwickeln, die gleichzeitig durch ihren Geschmack sowie eine gute Pflanzengesundheit überzeugen.
