Christhild Brauch
Meißner, Hessen

„Züchtung ist im idealen Falle ein gegenseitiges Sich-Beschenken von Mensch und Pflanze.“
DER BETRIEB
Gut Mönchhof liegt im östlichen Meißnervorland auf etwa 250 m Höhe. Die Niederschlagsmenge beträgt 650 mm bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 8,2 °C. Die Böden sind überwiegend lehmig mit durchschnittlich 45 Bodenpunkten. Der Hof wurde 2017 übernommen und auf Demeter umgestellt. Die sukzessive aus der Pacht zurückkommende Ackerfläche wird 2022 bei 120 ha liegen, dazu kommen 17 ha Grünland, 5 ha Streuobst und 47 ha Wald. Die Viehhaltung umfasst eine im Aufbau befindliche Mutterkuhherde sowie Schafe und Esel
zur Landschaftspflege.
Der Schwerpunkt des landwirtschaftlichen Betriebes liegt in der Saatguterzeugung ökologisch gezüchteter Getreidesorten, aber auch Futterpflanzen und Gemüsearten sollen vermehrt werden. Gut Mönchhof ist der Standort eines Dinkelzuchtbetriebes sowie der hier vorgestellten Gemüsezüchtung im Rahmen von Kultursaat e.V.
DIE ZÜCHTERIN
Christhild Brauch entdeckte ihre Begeisterung für die Saatgutarbeit während der Gärtnerlehre. Durch anschließende Arbeitsaufenthalte auf biologisch-dynamischen Vermehrungsund Züchtungsbetrieben wurden die Erfahrungen insbesondere im Bereich der Erhaltungszüchtung und Züchtung erweitert. Studienaufenthalte vertieften die Kenntnisse in Botanik und Genetik sowie in anthroposophischer Pflanzenkunde und goetheanistischer Naturbetrachtung. Zunehmend kamen tiefere Fragen nach Nahrungsmittelqualität und einer Wesenserkenntnis der Pflanze, und wie aus dieser heraus „auf Augenhöhe“ mit der Pflanze zusammengearbeitet werden kann. Darauf folgte eine Einarbeitung in die Methode der Rationalen Bildekräfteforschung sowie ein Eurythmiestudium im Sinne einer „Lebenskräftekunde“. Seit 2014 arbeitet Christhild Brauch selbständig als Züchterin.
ZÜCHTERISCHE ARBEIT
Von allen Züchtungsbemühungen sind diejenigen bei Radicchio am weitesten fortgeschritten. Weitere Kulturen, die bearbeitet werden, sind Freilandgurken, Lauchzwiebeln, Pastinaken, bunte Möhren, Sommerradies, Knollenfenchel und Rosenkohl. Christhild Brauch arbeitet außerdem in der Grundlagenforschung. Ziel ist es, eine gesunde Balance zu finden zwischen den Anforderungen des Erwerbsgemüsebaues nach „äußerer“ Qualität wie Ertrag und Homogenität sowie Bedürfnissen des Konsumenten nach Wohlgeschmack, Bekömmlichkeit und Kräftepotential der Nahrungspflanze.
