Ulrich Quendt
Altenhasungen, Hessen

„Für die zukünftigen biologisch-dynamischen sowie ökologischen Sorten müssen wir gemeinsam neue Ansätze für deren Züchtung entwickeln und umsetzen.“
DER BETRIEB
Der Zuchtstandort befindet sich auf dem Eschenhof in Altenhasungen, 20 km westlich von Kassel. Die Flächen des Erbsenzuchtgartens sind in die vielfältige Fruchtfolge des langjährig biologisch-dynamisch bewirtschafteten Demeter-Hofes eingebunden. Der Standort ist geprägt von lehmigen Böden, einem durchschnittlichen Niederschlag von 700 mm und einer Durchschnittstemperatur von 9 °C. Auf den 150 ha des Eschhofes wachsen und gedeihen Getreide, Kartoffeln, Gemüse und das Futter für die Milchkühe und Rinder.
DER ZÜCHTER
Ulrich Quendt begann 1998 die freie Ausbildung zum Landwirt in Norddeutschland. Nach einigen Jahren der praktischen Tätigkeit im Ackerbau, Gemüseund Kräuteranbau nahm er das Studium der Ökologischen Landwirtschaft mit Schwerpunkt Pflanzenzüchtung auf. Parallel zum Studium erfolgte der Einstieg in die biologisch-dynamische Züchtung. Seit 2019 ist er als KultursaatZüchter tätig und baut eine ökologische Zuckererbsenzüchtung auf. Für Ulrich Quendt ist Züchtung ein kontinuierlicher Prozess, der nicht mit einer gerade fertigen Sorte endet, sondern die Pflanzen sollen die Möglichkeit erhalten, sich immer wieder neu an verändernde Umweltbedingungen anzupassen. Er möchte die Vielfalt der Kulturpflanzen erhalten und weiterentwickeln. Wobei er die Züchtung als gemeinnützige Kulturaufgabe versteht und jegliche Patente auf Leben ablehnt. Seine Wahrnehmung, dass biologisch-dynamisch erzeugte Lebensmittel, neben dem vordergründigen Geschmack und den Inhaltsstoffen, den Menschen seelisch ernähren und beleben können, ist eine weitere Motivation seiner Arbeit.
ZÜCHTERISCHE ARBEIT
Eine Vielzahl an Zuckererbsensorten ist schon vorhanden. Jede Sorte bringt einzelne Eigenschaften mit, die für sich genommen gut sind, jedoch noch nicht in einer Sorte kombiniert wurden, oder noch nicht an den Standort oder die ökologische Wirtschaftsweise angepasst sind. Daraus entstehen Spielräume für neue Kombinationen, beispielsweise eine gute Standfestigkeit mit einem mittelhohen Wuchs und großen, faserlosen Hülsen. Mittels der klassischen Kreuzungszüchtung entstehen kreativ lenkend neue Sorten. Von Ulrich Quendt werden neue Methoden für die ökologische Zuchtgartenführung erprobt, wie der Anbau der Erbsen im Gemenge mit Getreide als Stützfrucht, Beikrautunterdrückung und zur Trennung der verschiedenen Erbsenzuchtlinien. Fragen der Nahrungsmittelqualität von Erbsen und allgemein Hülsenfrüchten für den Menschen sollen in die zukünftige Arbeit einfließen.
